Exoskelett bietet Hilfe für Querschnittsgelähmte – in 6 Schritten zum eigenen Roboter-Anzug

Gesundheitstechnik Sonntag GmbH
2021-12-19 09:39:00
Exoskelett bietet Hilfe für Querschnittsgelähmte – in 6 Schritten zum eigenen Roboter-Anzug -

Mit moderner Technik eine Querschnittslähmung ausgleichen

Die Gründe sind vielfältig. Unfall, Erkrankung oder angeborenes Defizit, eine Lähmung kann jeden treffen, jederzeit. Eine Querschnittslähmung war bis jetzt mit einer sicheren Konsequenz behaftet: ein sitzendes Leben im Rollstuhl. Es wurde Zeit, dass sich diese Zeiten ändern.

Was ist eine Querschnittslähmung?

Medizinisch bzw. biologisch spricht man von einer Querschnittslähmung, wenn „… eine Schädigung des Rückenmarks zum Verlust der aktiven Steuerung von Muskeln und Muskelgruppen führt, die von Nerven gesteuert werden, die durch die verletzte Stelle des Rückenmarks laufen.“

Oder auch „… [der] Kombination von Symptomen, die auftreten, wenn die Nervenleitung im Rückenmark beschädigt ist. Hierzu zählen jedoch nicht nur Lähmungen, sondern auch Störungen vegetativer Funktionen sowie Veränderungen der Muskelspannung und Muskelreflexe.“ Ca. 70 % aller Querschnittslähmungen ging ein Unfall voraus.

Wie lässt sich eine Querschnittlähmung therapieren?

Therapien, die Auswirkung einer Lähmung des menschlichen Bewegungsapparates zu mindern, sind überschaubar. Es gibt derzeit keine bekannte Methode oder Technik, die eine Beschädigung der Nervenzellen im Rückenmark umkehren kann. Es ist aktuell ein irreversibler Zustand.

Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache der Lähmung. Diese können zum Beispiel die folgenden sein:

Infektion:

Bei infektiös bedingten Lähmungen können Antibiotika oder Virostatika zum Einsatz kommen.

Tumor:

Durch Hirntumoren verursachte Lähmungen können sich nach operativer Therapie, Chemo-bzw. Strahlenbehandlung eventuell zurückbilden.

Unfall:

Bei durch Unfälle ausgelösten Lähmungen kann durch eine Operation versucht werden, die Nervenverbindungen zu retten.

Krankheit:

Bei Lähmungen im Rahmen von Muskel- und Nervenkrankheiten sind v.a. unterstützende Maßnahmen wie Physiotherapie und physikalische Behandlungen sinnvoll, um Muskulatur, Durchblutung und Beweglichkeit zu stärken. Hauptziel ist es, das Fortschreiten der Erkrankung möglichst zu bremsen.

Eine Therapie sollte in spezialisierten neurologischen Rehabilitationszentren durchgeführt werden. Qualifiziertes medizinisches Personal steuert die Reha. Antworten auf Ihre Fragen dazu geben Ihnen Ihr Arzt und Ihre Krankenkasse. Auch unser Team berät Sie mit all seiner Erfahrung zu Empfehlungen an Krankenkassen, zu Rezepten von Ihrem Arzt oder bei Anfragen zur häuslichen Versorgung.

Die Heilungschancen einer Lähmung des Rückgrats sind, nach aktuellem Stand der Wissenschaft, wenig hoffnungsvoll, auch bei zusätzlicher therapeutischer Unterstützung. Daher musste ein neuer Ansatz gefunden werden. Ein Ansatz, der so alt ist wie die Menschheit selbst - ein Golem, ein Kraftanzug, ein Exoskelett, eine zweite Haut, eine zweite Chance. Was die Endo-Medizin im Inneren des Körpers nicht zu verrichten kann, das vermag Technologie von außen (Exo-...). In Teilen zumindest.

Mit ReWalk und Ihrem Sanitätshaus Sonntag Schritt für Schritt zurück ins Leben.

Die Firma ReWalk Robotics GmbH vertreibt exklusiv Exoskelette aus eigener Entwicklung und Produktion.

ReWalks Mission ist unsere Vision – konsequente Barrierefreiheit!

Mission der Firma ist es, Menschen mit Querschnittslähmung das Laufen zu ermöglichen. Eine Mission, die uns begeistert. Das komplette Team des Sanitätshauses Gesundheitstechnik Sonntag steht hinter dieser Idee.

Das Leben unserer Kunden zu verbessern, auch wenn es nur ein kleines bisschen ist, ist unsere Vision und der Grund, warum wir früh aufstehen und in unserem Reha-Zentrum alles für Sie geben. Wir wollen dieses ambitionierte Vorhaben, ReWalks-Mission, unsere Vision, diese Evolution in der Gesundheits-Mobilität, vorantreiben und für Sie und Betroffene greifbar und realistisch machen. Wir fordern und fördern Barrierefreiheit für alle. Und wir beginnen hier in Glauchau. Wir beginnen mit Ihnen.

Die Exoskelett-Technologie zur häuslichen Versorgung

ReWalk ist ein Entwickler von Exoskeletten für die häusliche Versorgung. Ein Exoskelett definiert Gabler Wirtschaftslexikon als „… mechanische, maschinelle bzw. robotische Stützstrukturen für Menschen oder Tiere. Sie entlasten Arbeiter in der Fabrik, ermöglichen Behinderten das Aufstehen und Umhergehen oder dienen der Therapie. Manche verfügen über einen Antrieb, andere nicht.“

Auch andere Anbieter von Exoskeletten streben eine Welt ohne Gehbehinderung durch Lähmung an. Ein aktives Exoskelett, wie wir es für Sie empfehlen, ist ein technisches Wunder.

Aufbau des Exoskelettes für Querschnittsgelähmte von ReWalk

Die Erfindung von ReWalk besteht inzwischen in der sechsten Generation. Der ReWalk Personal 6.0 besteht im Wesentlichen aus den folgenden Elementen:

  • Exoskelett Beine mit Motoren in den Kniegelenken

  • Exoskelett Hüfte mit Motor

  • Batterie am unteren Rücken für die Stromversorgung der mechanischen Teile

Das Personal 6.0 System ist einteilig. Man zieht es an, wie einen Ski- oder Tauchanzug. Die Beine, die Hüfte und der Batterie-Pack lassen sich individuell anpassen.

Eigenschaften und Funktionsweise des Exoskelettes von ReWalk

Technisch auf dem neusten Stand und seiner Zeit voraus, so versteht sich ReWalk. Finden Sie im Folgenden eine Auflistung der Eigenschaften und einen Einblick in die Funktionsweise des Personal 6.0.

Mit dem Exoskelett eine Schrittfolge einleiten

Die Bewegung wird mit einem Vorbeugen, einem Verlagern des eigenen Körperschwerpunktes nach vorne erreicht. Ganz wie bei einer normalen Schrittabfolge, bei der die Bewegung ebenso eingeleitet wird. Wiederholt man diese Bewegung, erkennt der Personal 6.0 die Intention, eine Schrittabfolge einzuleiten. Ganz wie bei der Laufbewegung ohne Exoskelett. Das Hilfsmittel fördert ein natürliches Gangbild bei funktionaler Schrittgeschwindigkeit.

Mit dem Exoskelett Treppen steigen

Auch Stufen und Absätze lassen sich mit diesem Exoskelett überwinden. Die Abfolge wird ähnlich dem Loslaufen gestartet.

Alle Features im Überblick

Das Personal 6.0 System wurde erfunden, um Querschnittsgelähmten das aufrechte Gehen, aufrechtes Stehen, Drehen im Stand und Treppensteigen zu ermöglichen.

Unikat am Markt

Es ist das Exoskelett mit der aktuell schnellsten Schrittgeschwindigkeit am Markt. Der Anzug ist komplett selbst tragend. Sie werden das Exoskelett nicht spüren. Es wird wie eine futuristische Hülle. ReWalks Personal 6.0 ist das einzige Exoskelett mit 5 Jahre Garantie inkl. Service & Wartung durch den Hersteller.

Individuelle Passform

Das verstellbare Sprunggelenksystem bietet ein optimiertes Gangbild und erleichtertes An- und Ablegen des Anzugs. Es wurde speziell für die häusliche Versorgung konzipiert und ist für die Herausforderungen des Alltags innerhalb und außerhalb der eigenen Wohnung ausgelegt.

Sozialversicherungsrechtliche Sicht

Das ReWalk Personal 6.0 System dient im sozialversicherungsrechtlichen Sinne dem Behinderungsausgleich (3. Alternative der Versorgung gem. § 33 Abs. 1 S. 1 SGB V).

Versorgungsziel

Das Versorgungsziel ist der Ausgleich der verloren gegangenen Körperfunktionen „Stehen und Gehen“, d.h. der Personal 6.0 ermöglicht die Erschließung eines körperlichen Freiraums in der häuslichen, nicht-institutionellen Versorgung. Die durch die Lähmung bedingte körperliche Gehbehinderung wird mit dem ReWalk Personal 6.0 weitgehend und umfassend ausgeglichen. Somit werden menschliche Grundbedürfnisse erfüllt.

Körperliche Voraussetzungen für das Tragen eines Exoskelettes von ReWalk

Die besondere Passform des Personal 6.0 kann von ganz verschiedenen Körpertypen getragen werden.

Dennoch gibt es einige Einschränkungen. ReWalk wurde speziell entwickelt für Personen:

  • mit einer kompletten Querschnittlähmung

  • mit einer inkompletten Querschnittlähmung

  • mit ausreichender Beweglichkeit im Oberköper

  • mit ausreichender Greiffunktion der Hände, um Unterarmgehstützen sicher verwenden zu können

  • zwischen ca. 160 cm und ca. 190 cm (abhängig von der Beinlänge)

  • mit einem Körpergewicht bis zu 100 kg

Es ist vor allem für Paraplegiker geeignet, Menschen, die den kompletten oder inkompletten Verlust von Sensibilität und Beweglichkeit in den unteren Extremitäten zu erleiden hatten. Häufig kommt es bei diesen Patienten zusätzlich zu einer Einschränkung oder zum kompletten Verlust der Rumpfkontrolle. Entscheidend, um den Personal 6.0 nutzen zu können, ist die Funktionalität der Arme und Schultern, um eine unterstützende Gehhilfe zum Laufen einsetzen zu können.

Weitere Ein- und Ausschlusskriterien werden im Rahmen einer ärztlichen Voruntersuchung geprüft.

Zuerst prüfen wir in unserem Sanitätshaus in Glauchau Ihre Eignung. Die volle Voruntersuchung findet dann bei ReWalk in Berlin statt. Erfahren Sie mehr dazu hier:

Ganzheitliche Therapie mit einem Exoskelett fördern

Neben der fantastischen Möglichkeit, wieder laufen zu können, hat das neu erlernte Gehen weitere positive Effekte auf den gesamten Körper. So fördert die Bewegung u.a. folgende Punkte:

  • Kreislauf-System und Lymphtransport

  • Stoffwechsel sowie Blasen- und Darmfunktion

  • Reduktion des Körperfettanteils, Zunahme der fettfreien Muskelmasse

  • Verringerung der Spastizität

  • Verringerung der Schmerzen, Verbesserung des Schmerzmanagement

  • Bessere Schlafqualität und weniger Müdigkeit

  • Verbesserung der physischen und psychischen Verfassung

  • Reduktion der Medikamenteneinnahme für bestimmte Beschwerden

  • Vorbeugung gegen die bei langem Sitzen im Rollstuhl entstehenden Fußdeformitäten

  • Reduzierung des Muskel- und Knochenabbaus in den Beinen

  • Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit der unteren Extremitäten

  • und vieles mehr

Interne Studien an ReWalk-Nutzern, oder auch „Walker“ genannt, ergeben, dass 80 % von den positiven Nebeneffekten profitieren. Ihr Leben hat sich merklich verbessert. Sie leben wieder auf Augenhöhe.

Wie bekommen Sie ein Exoskelett der Firma ReWalk? Mit uns!

Unser Reha-Zentrum arbeitet eng mit ReWalk zusammen. Der Prozess erfordert etwas Aufwand. Aufwand, der sich lohnt und bei dem Sie das Sanitätshaus Sonntag unterstützt.

ReWalk, sowie auch die Gesundheitstechnik Sonntag, versteht diese Technologie als gesundheitliche und medizinische Versorgung. Ein Exoskelett soll die körperliche Beeinträchtigung einer Person ausgleichen. Das Modell „ReWalk Personal 6.0“, welches unser Sanitätshaus empfiehlt, ist ein offizielles Hilfsmittel im Hilfsmittelkatalog der deutschen Krankenkassen, Hilfsmittelnummer 23.29.01.2001. Es ist derzeit das einzige Exoskelett mit offizieller Hilfsmittelnummer in Deutschland.

Gerichtsurteil spricht Betroffenen Exoskelett zu – Krankenkasse muss zahlen

Ein Gerichtsurteil des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen (Az.: L 5 KR 675/19) bestätigt die Legitimität von Exoskeletten zur häuslichen Pflege. Dieses Gestell ersetzt als orthopädisches Hilfsmittel die Funktion der Beine, so die Begründung.

Der etablierte Versorgungsablauf für ReWalk Personal 6.0

Nachdem das Team des Sanitätshauses Gesundheitstechnik Sonntag Sie auf erste Tauglichkeit qualifiziert hat, werden Sie zu einer Voruntersuchung durch ReWalk nach Berlin eingeladen. Vor Ort wird dann bestimmt, ob und wie Sie ein Exoskelett nutzen können. Der Ablauf unterteilt sich in sechs

Phasen des Versorgungsablaufs:

1. Vorgespräch

Ein erfahrener ReWalk Clinical Training Manager ermittelt, ob das ReWalk Personal 6.0 für Sie bzw. den Interessenten geeignet ist. Wenn eine Eignung besteht, folgt Schritt 2.

2. Ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung

Für eine Test Session im ReWalk Exoskelett ist eine ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung notwendig. Das Formular hierzu erhalten Sie von ReWalk Robotics.

Das ist reine Formalität. Sie müssen eine solche Bescheinigung ebenfalls für Sportarten wie Fallschirmspringen vorlegen.

3. Test Session

Die kostenfreie Test Session findet in unserem Sanitätshaus in Glauchau statt. Hierbei wird die Funktionsweise des ReWalk Systems erklärt und das Exoskelett individuell angepasst, damit Sie Ihre eigene Erfahrung im Stehen und Gehen mit dem ReWalk machen können.

Sollten Sie sich wohlfühlen und die Möglichkeit bestehen, Ihr Leben durch ein Exoskelett zu verbessern, kommen wir zum nächsten Schritt.

4. Antrag auf Kostenübernahme

Nach der erfolgreichen Test Session begleitet Sie das Sanitätshaus Sonntag und ReWalk Robotics gemeinsam. Mit allen Beteiligten im Versorgungsablauf stellen wir den Antrag für die Kostenübernahme der Schulung im Gebrauch, sowie der häuslichen Versorgung mit dem ReWalk Exoskelett.

Die Entscheidung obliegt nun Ihrer Krankenkasse. Erfahrungsgemäß wird der erste Antrag abgelehnt. Dann ist der nächste Schritt ein Widerspruch. Hier unterstützt Sie das Sanitätshaus Sonntag mit all seiner Kraft und Erfahrung im Umgang mit den hiesigen Krankenkassen seit dem Jahr 2000.

5. Schulung und Gebrauch

Die Schulung im Gebrauch bereitet Sie für die sichere Verwendung des ReWalk Personal 6.0 im Alltag vor. Diese wird bei uns im Sanitätshaus in Glauchau durchgeführt. Wir nehmen uns Zeit und gehen mit Ihnen alles Schritt für Schritt durch.

6. Häusliche Versorgung

Nach erfolgreichem Abschluss der Schulung im Gebrauch und Bestätigung der Kostenübernahme durch Ihre Krankenkasse, erfolgt die Auslieferung und Anpassung des ReWalk Personal 6.0 Systems für die alltägliche häusliche Nutzung. Sie können nun die Welt neu erkunden.

Was Sie tun können, um eine barrierefreie Zukunft zu schaffen? Stellen Sie sich vor …

... bei uns. Sind Sie selbst gehandicapt oder kennen eine Person, die durch Schäden am Rückgrat auf einen Rollstuhl angewiesen ist? Dann kontaktieren Sie uns ganz unverbindlich.

Wir suchen Menschen, denen wir zu einer zweiten Chance verhelfen können. Helfen Sie uns dabei, Menschen ein Leben stehend, laufend, Treppen steigend, auf Augenhöhe zu ermöglichen. Selbstbestimmt und unabhängig. Stellen Sie sich bei uns vor.

Wir freuen uns auf Sie,

Ihre Gesundheitstechnik Sonntag